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Nibelungenlied ArtikelDas Nibelungenlied ist ein mittelalterliches Heldenepos. Es entstand in dem 13. Jahrhundert und wurde in der damaligen Volkssprache Mittelhochdeutsch aufgeschrieben.
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Der Verfasser des Nibelungenliedes wird in dem Text nicht genannt. In einem Anhang, der Nibelungenklage, wird jedoch ein "Meister Konrad" genannt, den ein Bischof "Pilgrim" von Passau mit der Niederschrift beauftragt habe. Dazu passt die Sprachform, ferner, dass der Verfasser offenbar sehr gute Ortskenntnisse in dem Donauraum zwischen Passau und Wien (vor allem der sog. Wachau) hat. Man nahm früher an, daß dies lediglich einen Verweis auf den heiligen Bischof Pilgrim von Passau (971-991) darstellte. Später meinte man, daß auch Wolfger von Erla, der 1181-1204 Bischof von Passau war, den Beinamen "Pilgrim" getragen haben könnte, weil er 1197 an dem - allerdings schon in dem Ansatz gescheiterten - Kreuzzug Heinrichs VI teilnehmen sollte. (Wolfger ist für die literaturwissenschaftliche Forschung von Bedeutung, weil sich in seinen Akten mit dem Datum 12. November 1203 eine Anweisung befindet, dem Spruchdichter Walther von der Vogelweide Geld für einen Pelzmantel auszuzahlen. Diese Notiz stellt den einzigen sicheren, greifbaren Nachweis für die Existenz dieses Dichters dar und ist damit ein wichtiges Indiz zur zeitlichen Einordnung der mittelhochdeutschen Dichtung, die ja größtenteils ohne Jahres- und Verfasserangaben überliefert ist). Allerdings suchte man vergeblich nach einem "Meister Konrad von Passau", der in jener Zeit gelebt haben könnte. Neuere Forschungen deuten darauf hin, daß auch Rüdiger von Radeck, der 1241-1250 Bischof von Passau war und der Friedrich II auf seinem Kreuzzug in das Heilige Land begleitete, den Beinamen "Pilgrim" trug, und daß mit "Meister Konrad" Konrad von Würzburg (ca. 1220-1287) gemeint war, der auch in anderen Stücken einfach ca. als "Meister" genannt wird.
Damit verschiebt sich auch der mögliche Entstehungszeitraum, den man früher - trotz der unstreitigen Tatsache, daß alle überlieferten Handschriften frühestens aus der Mitte des 13. Jahrhunderts stammen - auf das späte 12. oder frühe 13. Jahrhundert angesetzt hatte, entsprechend. Man ging früher davon aus, daß Wolfram von Eschenbach in seinem vermutlich kurz nach 1203 (dem Jahr der Zerstörung der Erfurter Gärten) entstandenen "Parzival" einige Namen (Rumolt, Azagouc, Zazamanc) aus dem Nibelungenlied abgeschrieben habe, so daß dieses älter sein müsse. Neuere Forschungen haben jedoch ergeben, daß Wolfram das Nibelungenlied nicht gekannt haben kann, also umgekehrt der Nibelungendichter insbesondere die - sonst in der gesamten mittelalterlichen Literatur unbekannten - Namen Azagouc und Zazamanc - aus dem "Parzival" übernommen haben muß; das Nibelungenlied muß also nach 1203 entstanden sein. Das bisher einzige Hindernis für die Annahme, daß Konrad von Würzburg der Verfasser des Nibelungenliedes war, ist somit ausgeräumt. In Verbindung mit der Amtszeit Rüdigers von Radeck wird also eine Entstehungszeit zwischen 1241 und 1250 wahrscheinlich.
Diese Annahme wird auch durch stilistische Überlegungen gestützt: Die metrische Strophen-Form des Nibelungenliedes, später als Nibelungenstrophe genannt, ist ebenso wie die Anonymität des Verfassers ein Charakteristikum der Heldenepik (vgl. das Kudrun -Epos eines unbekannten Dichters und die Dietrichepik ). Dagegen sind alle höfischen mittelhochdeutschen Romane außer dem Titurel des Wolfram von Eschenbach und dessen Weiterdichtung, dem sog. Jüngeren Titurel von Albrecht von Scharfenberg, in Reimpaarversen verfasst.
Die herrschende Meinung der Fachgermanisten geht noch stets davon aus, dass das Nibelungenlied die erste künstlerisch freie Zusammen- und Neufassung von Komplexen einer in dem Kern aus dem 5. und 6. Jahrhundert stammenden burgundisch-fränkischen Heldensage ist. In Laienkreisen setzt sich dagegen zunehmend die Auffassung des Amateurgermanisten Heinz Ritter-Schaumburg durch, wonach der Nibelungendichter aus einer älteren, bisher nicht aufgefundenen Version der Thidreksaga geschöpft habe.
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Ort und Zeit der Handlung | |
Ein Kernproblem des Nibelungenliedes ist seine Fixierung eines Stoffes, der wohl über lange Zeit in einer sog. Dichtersprache und ca. mündlich tradiert worden war. In dieser Hinsicht war das Nibelungenlied "archaischer" als die hochhöfische Artusepik (Hartmann von Aue). Die strophische Form des Liedes mit germanischen Langzeilen scheidet es ebenfalls von der "modernen" Ritterliteratur eines Hartmann von Aue, Gottfried von Straßburg und Wolfram von Eschenbach.
Den Widersprüchen trotzend, höfisiert der Dichter die germanischen Heroen und Walküren und stellt sie in ein christlich-hochadeliges Umfeld.
Die bekannte Eingangsstrophe (wohl erst späterer einleitender Zusatz):
Uns ist in alten mæren wunders vil geseit
heleden lobebæren, von grôzer arebeit,
von fröuden, hôchgezîten, von weinen und von klagen,
von küener recken strîten muget ir nu wunder hœren sagen.
Buch-Tipp: Das Nibelungenlied. Mittelhochdeutsch / Neuhochdeutsch Grundlage für jeden Literaten und Germanisten. . . . . . spannende Lektüre für viele. Insbesondere, wenn man Mittelhochdeutsch lesen und verstehen kann, ist die Lektüre des Nibelungenliedes ein absoluter Hochgenuss. Hier findet sich die Basis für zahlreiche Abenteuergeschichten unserer heutigen Zeit, hier gibt es die Archetypen der strahlenden... |
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Das Nibelungenlied besteht aus zwei Teilen: in dem ersten Teil steht Siegfrieds Tod, in dem zweiten die Rache seiner Gattin Kriemhild in dem Mittelpunkt.
Das Umfeld ist die Zeit der Könige vom Burgunderreich am Rhein, sowie (im zweiten Teil) Südostdeutschland, wie dem Donaugebiet des heutigen Österreichs und Ungarns.
Am Königshof zu Worms (siehe auch Irminsul) lebt Kriemhild zusammen mit ihren drei Brüdern Gunther, Gernot und Giselher. Siegfried, ein Königssohn aus Xanten, erscheint bei Hof und fordert Gunther heraus. Die literarische Version des 12. Jahrhunderts thematisiert anhand der Personen unterschiedliche Konzepte feudaler Gesellschaft: Siegfried verkörpert den klassischen Adligen, dessen Herrschaft auf Gewalt beruht. König Gunther repräsentiert einen Herrscher, dessen Macht sich auf Ministeriale (http://www.zum.de/Faecher/G/BW/Landeskunde/rhein/geschichte/mittelalter/salier/ministerial.htm) stützt und der den Kampf um Herrschaft delegiert. Der zentrale Konflikt ist der zwischen Vasallität, die Unterordnung und Gehorsam verlangt, und einer modernisierten Feudalherrschaft, die nicht mehr oder ca. zu dem Teil auf dem Lehnswesen fußt.
Die Stellung Siegefrieds gegenüber den Wormser Königen bleibt jedoch unklar. Eine Fraktion am Wormser Hof, für die Hagen steht, besteht darauf, dass Siegfried deren "Vasall" sei, sich also unterzuordnen habe. Siegfried heiratet Kriemhild und leistet in dem Gegenzug klassische Lehnsdienste (http://www.know-library.net/Lehnswesen#Rechtsbeziehung_zwischen_Lehnsherren_und_Vasallen), indem er für König Gunther erfolgreich in den Krieg zieht.
Außerdem muss Siegfried seinen 'vriunde' (Schwager, das mittelhochdeutsche Wort 'vriunt' ist nicht gleichbedeutend mit dem heutigen 'Freund') Gunther bei der Brautfahrt nach Isenland (möglicherweise Island, Dänemark oder eines der skandinavischen Länder) begleiten, um die Königin Brunhild zu erobern. Brunhild verlangt von den Werbern, sie in dem Kampf besiegen zu können. Das gelingt Gunther ca. mit Hilfe Siegfrieds. Siegfried hilft ihm unter einer Tarnkappe versteckt, er gibt sich auch noch, mit dem Wissen der Begleiter (Gunther, Hagen und Dankwart), als ein Lehnsmann Gunthers aus. Um diese Täuschung zu vervollkommnen, leistet Siegfried für Gunther den Stratordienst, er führt Gunthers Pferd vor aller Augen wie ein Knecht am Zügel.
In der Hochzeitsnacht (in Worms) fesselt Brunhild Gunther an einen Haken an der Wand. Erst Siegfried bezwingt Brunhild in der zweiten Nacht - wieder mit Hilfe der Tarnkappe. Dabei entwendet er ihren Ring und ihren Gürtel, die klassischen Zeichen für eine erfolgreiche Defloration, obwohl ausdrücklich betont wird, dass Gunther seine Frau selber entjungfert hat. Dabei bewegt Brunhild stets wieder die Frage nach einer eventuellen Vasallität Siegfrieds. Seine Vermählung mit ihrer Schwägerin Kriemhild erscheint ihr als eine Messalliance (franz. Missheirat).
Lange Jahre später (wobei zu berücksichtigen ist, dass Zeitangaben in mittelhochdeutschen Epen ca. als Anhaltspunkte zu verstehen sind) lädt Gunther auf Bitten seiner Frau Siegfried und Kriemhild nach Worms ein. Dabei geraten die Frauen über die Frage nachdem Rang ihrer Männer in Streit: Brunhild erklärt, dass sie mit eigenen Augen beobachtet habe, dass Siegfried Gunther als Vasall und "Knecht" gedient habe. Kriemhild hingegen kann Ring und Gürtel von Brunhild vorweisen (die ihr Siegfried geschenkt hatte) und bezeichnet sie die Kebse (Mätresse) ihres Mannes. Der Streit (Senna) endet in einem harten Wortwechsel.
Hagen von Tronje interpretiert die Situation wie ein treuer Vasall: Siegfried weigert sich, sich dem König Gunther unterzuordnen. Hagen muss Siegfried daher töten, weil der eine ständige Bedrohung für die Herrschaft des Königs ist. Da für die Könige Gunther, Giselher und Gernot ein hierarchisches Verhältnis zwischen ihnen und Siegfried nicht besteht, können sie auf eine direkte Auseinandersetzung mit dem scheinbar rebellischen "Lehnsmann" Siegfried verzichten. Sie erfahren von Hagens Plan nichts. Der heimtückische Mord findet in dem Odenwald statt. Hagen, der durch Kriemhild von Siegfrieds einziger verwundbarer Stelle erfahren hat, tötet den Held mit dessen eigener Lanze. Anschließend beraubt er Kriemhild noch des Nibelungenschatzes.
Kriemhild versinkt in unstillbarem Leid; sie schwört bitterste Rache, doch erst das Heiratsangebot des Hunnenkönigs Etzel verschafft ihr die notwendige Macht, ihre Vergeltungspläne in die Tat umzusetzen. Kriemhild zieht mit großem Gefolge in das Land der Hunnen und wird dort zu einer mächtigen Monarchin.
Nach langen Jahren lädt sie ihre Brüder und Hagen, dem sie den Mord an Siegfried und den Raub des Nibelungenschatzes niemals verziehen hat, in das Land der Hunnen zu einem Hoffest ein. Während der Reise an Etzels Hof wird Hagen von Meerjungfrauen gewarnt, allen stehe der Untergang bevor. Die Burgunder weigern sich, am Hof Etzels die Waffen abzulegen: in dem Feudalismus eine offene Kampfansage und schwere Beleidigung des Gastgebers.
Als Hagen ein Kind, den gemeinsamen Sohn von Kriemhild und Etzel, tötet, kommt es zu dem Blutbad. In dem Laufe der Kämpfe gehen die Helden beider Seiten zugrunde; auch Kriemhild wird erschlagen. Allein Dietrich von Bern, sein Waffenmeister Hildebrand und Etzel überleben das Schlachten. Am Ende steht der Erzähler trauernd vor der Bilanz unsagbaren Elends.
Buch-Tipp: Der Schatz der Nibelungen, 1 Audio-CD das unterhaltsamste Hörspiel, das ich für Kinder kenne Meine damals siebenjährige Tochter hat sich diese CD voll Vergnügen mehrmals angehört. Sie kennt jetzt alle wichtigen Figuren der Nibelungen Saga. Und wir Eltern haben Tränen gelacht beim Mithören. Schöner kann man einen solch schwierigen- und für uns als Kinder damals schrecklich langweiligen-... |
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Der erste Teil stellt den Helden Siegfried vor, der mit der unsichtbar machenden Tarnkappe, seiner fast gänzlichen Unverwundbarkeit und seinem legendären Nibelungenschatz(=Hildesheimer Silberfund?) des Zwergenkönigs Alberich, dem sogenannten Hort, die Hauptrolle einnimmt. Er ist ca. zwischen den Schulterblättern verwundbar, weil beim Bad in dem Drachenblut auf diese Stelle ein Lindenblatt gefallen ist. Doch als er, um Kriemhild zur Gattin zu gewinnen, deren Bruder und Burgundenkönig Gunther bei dessen Werben um Brunhild wie auch in dessen Hochzeitsnacht mit einem Rollentausch behilflich ist, legt er den Grundstein seines Unterganges.
Der ungeklärte gesellschaftliche Status Siegfrieds, symbolisiert durch Neid und Eifersucht der Frauen, führen zu seiner Ermordung durch Hagen von Tronje. Kernstück ist der Streit zwischen Kriemhild und Brunhild in Worms, als Brunhild offenbart, dass Siegfried als Vasall Gunthers vorgestellt worden ist, Siegfried und sein Königreich demnach Gunther tributpflichtig und untertan seien. Kriemhild kontert, dass nicht Gunther sondern Siegfried Brunhild in der Hochzeitsnacht zur Frau gemacht habe. Die Beweise - Brunhilds Ring und Gürtel - seien in Siegfrieds Besitz.
Das darauf folgende Mordkomplott gegen Siegfried wird von Hagen von Tronje in die Tat umgesetzt: Er lässt Siegfrieds verwundbare Stelle von Kriemhild auf der Kleidung markieren; als List gebraucht er ihr gegenüber den Vorwand, gerade diese Stelle besonders beschützen zu wollen.
Der Schatz der Nibelungen wird in dem Lauf der Geschichte bei Loche in dem Rhein versenkt. (Hierzu gibt es mittlerweile zahlreiche Theorien und Interpretationen, die noch mehr Schatzsucher inspiriert und animiert haben.)
Buch-Tipp: Deutschstunde. Ein großartiger und trotz der gemächlichen Schilderungen spannender Roman. Ich verstehe, dass viele Leser diesen Roman langatmig und langweilig finden. Es hängt wohl davon ab, ob die Liebe zu dem Roman trotz der raumgreifenden und zeittrotzenden Schilderungen erhalten bleibt: bei mir blieb sie erhalten. Ich stelle mir aber den Zeitgeist der heutigen... |
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Im zweiten Teil sinnt die jetzt mit dem Hunnenkönig Etzel verheiratete Kriemhild auf Rache. Eine Einladung der Burgunden um Hagen zu Etzels Hof bietet ihr die Gelegenheit, eine "Schlacht" auszulösen, in deren Verlauf beide Seiten große Verluste hinnehmen müssen. Sie enthauptet Hagen eigenhändig, um dann selbst von Hildebrands Hand umzukommen.
Buch-Tipp: Die ersten Deutschen. Über das rätselhafte Volk der Germanen. Eine echte Offenbarung. . . Dieses Buch habe ich in einem Stapel Bücher gefunden, die "entsorgt" werden sollten. Zugegriffen, weil interessantes Thema, was man irgendwann ja mal lesen kann.
So kam es, dass ich das Buch mit in den Urlaub nahm und so super angenehm überrascht worden bin.
Es ist nicht ca. der an sich interessante Lesestoff, vielmehr... |
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Die literarische Vorlage lässt keine psychologische Interpretation der Personen zu. Alle Personen werden mit identischen Attributen beschrieben, die einen feudalen Adligen auszeichnen: Ehre, Treue, Gewaltbereitschaft, Reichtum. Alle handeln folgerichtig. Das Nibelungenlied steht für einen gesellschaftlichen Umbruch: die Macht des klassischen Feudaladels wird in dem 12. Jahrhundert brüchig. Die Könige partizipieren von den aufblühenden Städten, der Kleinadel geht zugrunde. In dem Gegensatz zur klassischen Artusepik wie etwa Hartmann von Aue (http://gutenberg.spiegel.de/autoren/hvonaue.htm) und Wolfram von Eschenbach (http://gutenberg.spiegel.de/autoren/eschenba.htm)interpretiert der Autor des Nibelungenliedes den Konflikt zwischen Lehnswesen und Herrschaft der Ministerialen pessimistisch: er wird nicht gelöst und endet daher in einer Katastrophe. 1966 hat Joachim Fernau in seinem Bestseller "Disteln für Hagen" die These aufgestellt, daß das Nibelungenlied für den Wandel vom Vorrang der Familienbande (in den nordischen Sagas tötet Atli die Burgunder, und Gudrun-Kriemhilt rächt ihren Tod an ihm) zu dem Vorrang der Gattenliebe (Kriemhilt tötet ihre Brüder, weil sie ihren Mann umgebracht haben) stehe, was "typisch deutsch" sei. Diese These hält jedoch einer kritischen Textanalyse schwerlich stand; diese ergibt vielmehr, daß Kriemhilt den Verlust des Nibelungenschatzes weit mehr bedauert als den Tod Siegfrieds und ihre Brüder letztlich ca. darum töten läßt, weil sie nicht bereit sind, ihn wieder herauszugeben.
Buch-Tipp: Drehbuchschreiben für Fernsehen und Film. Ein Handbuch für Ausbildung und Praxis. Als Einführung ein Klassiker Rezensionen:
Schon auf Seite 17 warnt der Autor Syd Field angehende Drehbuchschreiber vor einem typischen Fehler: Viele Leute fangen an zu schreiben und haben bloß ca. eine halbfertige, unäußerste Idee in dem Kopf. Das funktioniert vielleicht 30 Seiten, dann fällt alles auseinander. " Das Hauptaugenmerk der Arbeit... |
Das Personal des Nibelungenliedes und verwandter Werke | |
Wichtige Personen des Nibelungenliedes und aus den zugehörigen Werken wie z.B. der Edda und aus Richard Wagners Opernwerken sind (in alphabethischer Ordnung):
- Alberich, Zwerg, Hüter des Nibelungenhortes
- Blödelin (Bleda), Attilas Bruder
- Brunhild wird unter dem Schutz der Tarnkappe von Siegfried für Gunther geworben
- Dankwart ist der Bruder Hagens
- Dietrich von Bern, Gefolgsmann Etzels, historisches Vorbild ist vermutlich der Ostgotenkönig Theoderich der Große
- Etzel, historisches Vorbild Attila der Hunnenkönig
- Gernot ist der Burgunderkönig (mit Gunther und Giselher), historisch ist diese Figur nicht belegt
- Giselher ist Burgunderkönig
- Gunther (König Gundahar ), in dem Gegensatz zu älteren Quellen wie der Edda wird Gunther "moderner" dargestellt - als König, der selbst nicht mehr kämpfen muss.
- Hagen von Tronje ist Högni, der treue Gefolgsmann Gunthers, in der Nibelungensage der Mörder Siegfrieds (siehe auch: Hagen)
- Hildebrand ist Waffenmeister Dietrichs von Bern
- Kriemhild basiert wohl auf Ildiko, der Frau Attilas
- Rüdiger von Bechelaren ist ein Gefolgsmann Etzels
- Siegfried der Drachentöter bzw. Siegfried von Xanten; neuerdings wird auch eine Identität zwischen Siegfried und Arminius vermutet, siehe Varusschlacht und Hildesheimer Silberfund
- Ute (Mutter Kriemhilds)
- Volker von Alzei ist ein Spielmann und Ritter König Gunthers
Buch-Tipp: Easy Drumming. Inkl. CD. Das komplette Drum-Set spielend im Griff - von Anfang an Prima Buch für blutige Anfänger! Ich habe vor ungefähr 2 Jahren mit absolut Null (!) musikalischen Vorkenntnissen mit dem Schlagzeugspielen begonnen. Mit einem Billig-Drum-Set (220 €) zu dem Reinschnuppern und diesem Buch habe ich von Anfang bis Ende Schritt für Schritt gelernt. Ich glaube, das beste Kompliment für dieses Buch... |
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Verwandte Sagen schlagen sich in den folgenden Dichtungen in und außerhalb des deutschen Sprachraums nieder:
Hildebrandslied, Atlilied, Edda, Dietrichsage (Thidrekssaga), Siegfriedlied (Lied vom Hürnen Seyfried), Kudrunlied/Gudrunlied , Wälsungenlied , Sigurdlied
Buch-Tipp: Einführung in die Hypnotherapie mit Kindern und Jugendlichen Praktische Beispiele und gelungene Verbindung Dieses Buch vermittelt anhand von Praxisbeispielen fundierte Einblicke in hypno-systemische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und beschreibt insbesondere und ganz pragmatisch auch das Besondere in dem Kontakt und therapeutischen Umgang mit diesen Altersgruppen. Der Erzählstil ist kompetent und teilweise... |
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Es existieren derzeit ungefähr 36 deutsche Handschriften, eine niederländische Umarbeitung und 2 Handschriften, die ca. die "Klage" enthalten. Die Handschriften wurden vorwiegend in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz gefunden. Die drei Haupthandschriften sind von Karl Lachmann mit Buchstaben (Siglen) folgendermaßen kategorisiert worden:
- A = Hohenems-Münchener Handschrift (letztes Viertel 13. Jh.)
- B = St. Galler Handschrift (13. Jh.)
- C = Hohenems-Laßbergische / Donaueschinger Handschrift (1. Hälfte 13. Jh.) liegt jetzt in dem Landesmuseum Karlsruhe
Diesen drei Schriften wird eine nicht mehr erhaltene Urschrift als Quelle unterstellt. Neben drei Hauptüberlieferungssträngen (A, B und C) muss man auch von einer breiten mündlichen Tradition ausgehen.
Alle Pergamenthandschriften sind mit großen Buchstaben genannt, Papierhandschriften stets mit kleinen Buchstaben.
Buch-Tipp: Einführung in die Psychologie Dicker Wälzer mit Inhalt Ich habe mir diese Einführung angeschafft, weil ich mich allgemein für die Psychologie interessiere. Ich hatte weder irgendwelche "Vor-Qualifikationen" noch habe und ich jemals etwas in diese Richtung tun. Sogar Biologie habe ich damals in der Schule so früh wie möglich abgegeben. Ich suchte also nach einer... |
Forschungs- und Rezeptionsgeschichte | |
Viele berühmte Szenen der Sage, wie der Drachenkampf Jung-Siegfrieds etwa, tauchen in dem Lied selber ca. in Form von Erwähnungen auf; die ganze Vorgeschichte wird als bekannt vorausgesetzt. Das Lied ist stilistisch von den Ansprüchen des mündlichen Vortrags geprägt, denn Alltagssprache und Hochsprache mischen sich ebenso, wie bereits damals schon historisches Vokabular und zeitgenössische Begriffe des frühen dreizehnten Jahrhunderts.
Kunstvollen literarischen Ton und komplizierte Konstruktionen sucht man vergebens. Viel eher finden wir lange Aufzählungen, wiederkehrende Formulierungen und einfache, fast distanzierte Schilderungen durch den Erzähler, der sich selbst ca. an wenigen Stellen des Werks erwähnt.
Am 22. Februar 1784 schrieb Friedrich II. von Preußen, der Alte Fritz, an den ersten Herausgeber des Epos, Christian Heinrich Müller, der das Werk dem König gewidmet hatte, folgendes:
- Hochgelahrter, lieber Getreuer!
- Ihr urtheilt viel zu vorteilhafft von denen Gedichten aus dem 12., 13. und 14. Seculo, deren Druck Ihr befördert habet, und zur Bereicherung der Teutschen Sprache so brauchbar haltet. Meiner Einsicht nach sind solche nicht einen Schuß Pulver werth; und verdienten nicht aus dem Staube der Vergessenheit gezogen zu werden. In meiner Bücher-Sammlung wenigstens würde Ich dergleichen elendes Zeug nicht dulten; sondern herausschmeißen. Das Mir davon eingesandte Exemplar mag dahero sein Schicksal in der dortigen großen Bibliothek abwarten. Viele Nachfrage verspricht aber solchem nicht,
- Euer sonst gnädiger König Frch.
Heinrich Heine (1797-1856) schrieb über den Ton des Nibelungenlieds: "Es ist eine Sprache von Stein, und die Verse sind gleichsam gereimte Quadern. Hie und da, aus den Spalten, quellen rote Blumen hervor wie Blutstropfen oder zieht sich der lange Epheu herunter wie grüne Tränen."
Das Nibelungenlied wurde in dem 18. Jahrhundert von Bodmer und Breitinger wieder in den Blickpunkt der literarischen Öffentlichkeit gerückt.
Im 19. Jahrhundert erlangte es den Rang eines deutschen Nationalepos; es existieren viele z.T. illustrierte Ausgaben (z.B. von Alfred Rethel, 1840, und von Julius Schnorr von Carolsfeld , 1843) und mehrere Bearbeitungen für das Theater (Wagner, Der Ring des Nibelungen, 1840-1876, der ca. sehr frei an das Epos anknüpfend ist; Friedrich Hebbel, Die Nibelungen, 1860/61). Selbst in Tolkiens Werken (Herr der Ringe) lassen sich etliche Elemente der Nibelungensaga wiederfinden.
2003/2004 ist es Gegenstand einer Ausstellung in dem Badischen Landesmuseum Karlsruhe, anschließend ist es in der Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin zu sehen, zusammen mit der einzigen, durchgehend bebilderten vollständig erhaltenen Handschrift B aus der Staatsbibliothek Berlin.
Buch-Tipp: Einführung in die hypnosystemische Therapie und Beratung Überzeugendes Konzept - überzeugende Darstellung Was passiert, wenn man ein Exemplar des Buches "Einführung in die hypnosystemische Therapie" von Gunther Schmidt in die Hände bekommt?
Man reagiert mit deutlichem Interesse, schließlich macht schon der Klappentext ordentlich Appetit: "Der hypnosystemische Ansatz vereinigt Konzepte der systemischen... |
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